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Plenty of books about suffering written in the single face of Alex Moos....  Photo: A. Kuestenbrueck
Plenty of books about suffering written in the single face of Alex Moos.... Photo: A. Kuestenbrueck

ABSA Cape Epic: 3. Etappe – schwerer Tag für das BMC Mountainbike Racing Team

30. März 2011

Worcester, South Africa

Die 1.900 Höhenmeter über eine Länge von 125km der dritten Etappe des Cape Epic gaben unserem Team Grund genug zur Sorge. Es war nicht nur der Umzugsstress des gesamten Cape Epic Trosses von Etappenort zu Etappenort am Tag zuvor; die harten Bedingungen auf dem Rennkurs und die extreme klimatischen Verhältnisse machten den Tag zur Tortur.


Wie schwer der Tag werden würde, fanden Alex Moos und Balz Weber bereits am ersten Anstieg zu Beginn des Rennens heraus. Der signifikante Höhenunterschied bot den Fahrern nur eine Herausforderung. Die andere war der rutschige Untergrund: auf losen Steinen gab es kaum Halt zum Abdruck und machte den Anstieg schwerer und langsamer als er ohnehin schon war.


Im Ziel angekommen, war Alexandre Moos die Frustration ins Gesicht und auf die Zunge geschrieben: „Ich bin noch nie ein Mountainbikerennen auf derartigen Wegen gefahren wie wir sie hier vorfinden! Beim Grand Raid Verbier-Grimentz kennen wir den Kurs. Hier hingegen fahren wir von Ueberraschung zu Ueberraschung... und jeder Tag ist ein neuer Kampf. Sandige Wege, ausgewaschene Erde, Kiesel, Asphalt und Bachüberquerung, wo das Wasser bis zur Hüfte reicht... wir müssen überall durch. Es gibt keine Minute im Rennen, in der wir uns erholen können." Nachdem er „die Hölle des Nordens" bei Paris-Roubaix bereits kennenlernen durfte, geht Alex nun zusammen mit seinem Partner Balz Weber durch die Hölle des Südens beim ABSA Cape Epic 2011. Und das alles nur wegen der Arbeit von „Dr. Evil", dem Kursdirektor Leon Evans.


Balz hat mit dem Kurs durch das afrikanische Hinterland physisch und psychologisch ebenfalls zu kämpfen: „Bei mir ging heute gar nichts. Obwohl unser Masseur Chad tolle Arbeit leistet, konnte ich mich von der gestrigen Etappe nicht erholen. Meine Beine waren leer. Ich bekam die Pedale nicht so herum wie ich mir das vorstelle." Auch für die Konkurrenz ist der Cape Epic 2011 kein Zuckerschlecken. „Heute vergebe ich die Goldmedaille für die dümmste Etappe, die ich jemals gefahren bin :( . Das hat mit Mountainbiken nichts zu tun! Viel Glück den Amateuren da draussen auf dem Kurs!", lies Karl Platt über Twitter Dampf ab. Dass die 3. Etappe eventuell zuviel des Abenteuers war, sah die Rennorganisation ein und verschob den Start der 4. Etappe um eine Stunde.


Balz und Alex kamen nach 5:35:16 Std. ins Ziel, 30 Minuten hinter den Etappensiegern vom Multivan Merida Biking Team: das deutsche Duo Hannes Gaenze und Jochen Kaess, dem zweifachen deutschen Marathonmeister. Tag für Tag kämpft die Crème de la Crème der MTB Szene in Südafrika um Etappensiege, Gesamtsieg, Ruhm und Ehre. Mittendrin kämpft das BMC Mountainbike Racing Team um eine Top-10 Platzierung im Gesamtklassement.


Die vierte Etappe lässt morgen mit einem Zeitfahren auf sich warten. In den Hügeln rund um das Städtchen Brandwatch führen die 32 Kilometer durch eine Halbwüste, die weitere tiefe Spuren in den müden Gesichtern der Fahrer hinterlassen wird. 336 Kilometer und 7.000 Höhenmeter stecken in den Beinen. Nach dem Zeitfahren ist die Hälfte des ABSA Cape Epic 2011 geschafft.


Text: Ugo Dessimoz, übersetzt aus dem Französischen