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Philippe Gilbert attackierte in der von Regen überströmten Abfahrt von der Cipressa. (©Sirotti.)
Philippe Gilbert attackierte in der von Regen überströmten Abfahrt von der Cipressa. (©Sirotti.)

Phinney Siebter bei Mailand-San Remo

17. März 2013

Taylor Phinney vom BMC Racing Team jagte bei Mailand-San Remo der Spitzengruppe beherzt bis zur Ziellinie hinterher, die er im ersten grossen Klassiker der Saison als Siebter in einer aussergewöhnlichen – und wegen Schnees verkürzten – Austragung überquerte.

Chaos und Kälte
Phinney, der letzte Woche bei der zweitletzten Etappe von Tirreno-Adriatico Schlagzeilen mit seiner langen Solofahrt bei Kälte und Regen machte, gab zu Protokoll, dass er nach dem Erklimmen des letzten Tageshindernisses in der Verfolgergruppe nie aufgab. "Ich sah, dass ich eine Chance hatte, um zur Spitzengruppe aufzuschliessen", beschrieb er die entscheidende Phase des Rennens. "Es war eine Entscheidung, die ich in Sekundenbruchteilen am Fusse des Poggio traf. Rund 400 Meter vor dem Ziel hätte ich die sechsköpfige Spitzengruppe beinahe eingeholt. Leider startete sie genau in jenem Moment die Sprints." Gerald Ciolek (MTN-Qhubeka) entschied das Rennen in einem knappen Ausgang vor Peter Sagan (Cannondale) und Fabian Cancellara (RadioShack-Leopard), während Phinney bei seiner zweiten Teilnahme mit einem Top-Ten-Resultat die Ziellinie überquerte. "Ich durchwanderte heute viele schwierige Emotionen: zuerst bei Schneefall zu fahren, dann im Bus zu sein um schliesslich wieder zu starten“, gab ein erschöpfter Phinney Einsicht in sein Gefühlsleben. "Ich habe irgendwie durchgehalten und kann nicht wirklich beschreiben, was passierte. Die meiste Zeit war es ein Chaos, gepaart mit Kälte und Nässe."

Rennen gestoppt, dann verkürzt
Das 245-Kilometer lange Rennen begann in einer unvorhersehbaren Art und Weise: Regen verwandelte sich in Schneefall. Als der Aufstieg zum Turchino mit den Fahrrädern unpassierbar war, stoppten die Kommissäre das Rennen in Ovada, 117 Kilometer nach dem Start. Die Fahrer hasteten in ihre Team-Busse, die rund 50 Kilometer nach Cogoleto fuhren. Dort wurde das Rennen rund zweieinhalb Stunden später erneut gestartet. BMC Racing Team's Klaas Lodewyck war einer von mehr als einem Dutzend Fahrern, die die verbleibenden 126 km nicht mehr unter die Räder nahmen. Zuvor gaben bereits Michael Schär und Daniel Oss das Rennen auf, nachdem sie in einen Sturz verwickelt waren, bevor das Rennen unterbrochen wurde. "Ich stürzte hart auf meinen Rücken", so Schär. "Ich versuchte weiter zu fahren. Mit dem rechten Fuss konnte ich aber nicht mehr richtig in die Pedale treten. Es sollte aber in zwei bis drei Tagen wieder in Ordnung sein." BMC Racing Team Assistant Director Fabio Baldato nannte es "ein Rennen des Überlebens", kaum je in dieser Form gesehen in den bisherigen 103 Austragungen. "Man konnte erkennen, dass jeder einzelne Fahrer sich am Limit bewegte. Die Leistung von Taylor war eine schöne Überraschung. Es war schade, dass wir Thor Hushovd (zwei technische Defekte) und Daniel Oss nicht in die Entscheidung brachten. Normalerweise wären sie dort zu finden."

Gilbert attackiert in der Abfahrt
BMC Racing Team’s Philippe Gilbert attackierte in der Regen überströmten Abfahrt von der Cipressa, rund 20 Kilometer vor dem Ziel. "Leider hat die Gruppe nicht harmoniert", so der Strassenweltmeister. "Als dann drei Fahrer (Sylvain Chavanel, Eduard Vorganov und Ian Stannard) ihr eigenes Glück versuchten, entschieden Jurgen Roelandts und ich zu warten, da es im grossen Verfolgerfeld noch Teamkollegen hatte." Allerdings gehörten diese drei Ausreisser zum Schluss zur sechsköpfigen Spitzengruppe, die das Ziel vor Phinney erreichte. "Sie sind rund 65 Kilometer die Stunde gefahren, wir erreichten rund 55 kkm/h ohne Hilfe“, erklärte Gilbert.

Hören Sie die kompletten Kommentare von Baldato, Gilbert (Holländisch, Englisch und Französisch), Phinney und Schär auf der BMC Racing Team Audio Line.